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50 JAHRE

DIE SICHERE ALTERNATIVE

03.06.2019

Leserbrief für "DER TRAKEHNER"

Da die Redaktion von DER TRAKEHNER die Veröffentlichung meines Leserbriefes abgelehnt hat (dazu brauchte es offenbar über einen Monat Bedenkzeit), wird er nun hier veröffentlicht.

Rückwärts gewandt

Betr.: Interview mit Hans Britze, DER TRAKEHNER 4/2019

Mit einer Mischung aus Erschrecken und Amüsement habe ich das Interview mit Hans Britze in DER TRAKEHNER gelesen. Bisweilen hatte ich während der Lektüre gar den Eindruck, der Mann leidet an Wahrnehmungsstörungen, z. B. was die Bedeutung von Herzensdieb in den Warmblutzuchten angeht. Sicherlich einige gute Sportpferde, aber züchterisch nachhaltig ist da gar nichts gekommen, von den ständigen „Sperenzchen“ des Hengstes selbst (Charakter, Rittigkeit????) mal ganz abgesehen.

Bezüglich der Tätigkeit beim ZfdP kann ich als Zeitzeuge (als aktive Mitglieder von 2002-2013 hatten wir zwölf Titel auf Bundesebene, u. a. Siegerstuten, Siegerfohlen, Reitpferdechampions), mehrjähriges Vorstandsmitglied und langjähriger Körkommissar mitreden: Da hat Herr Britze in den letzten 20 Jahren bestenfalls den eigens verursachten Stillstand verwaltet und jeden, der ihn in seinem selbstgeschaffenen Elfenbeinturm mit innovativen Ideen hätte stören können, auf seine Weise mit recht perfiden Methoden entsorgt. Vorschläge zu mehr Effizienz und Kostenersparnis wurden strikt abgelehnt, bis hin zum Versuch von Redeverbot bei Vorstandssitzungen („Darüber soll nicht gesprochen werden!“).

Der Gipfel ist, dass der selbst kinderlose Herr Britze den Trakehner Züchtern erklären will, die Kinder der Züchterfamilien sollten doch keine anders gebrannten Pferde reiten.

Ich sage es mal so: Heutzutage muss jede Züchterfamilie froh sein um jedes Kind, das sich dem Pferd zuwendet. Dabei spielt das Brandzeichen zunächst mal gar keine Rolle. Für uns als überzeugte Oldenburger Züchter war das für unseren Sohn übrigens eine Trakehner Stute, von der er zweieinhalb Jahre viel gelernt und über 60 Schleifen erritten hat. Danach ist er dann u. a. auf eigene Zuchtprodukte umgestiegen und zusätzlich ein erfolgreicher Oldenburger Jungzüchter. Die „andere Rasse“ hat ihm nicht geschadet und uns schon gar nicht. Im Gegenteil! Auch Hubertus Poll hat mir seinerzeit gesagt: „Wenn mein Sohn (gemeint war Christian) Springen reiten will, muss ich einen Holsteiner kaufen!“

Ich finde es insoweit ziemlich bedauerlich, das DER TRAKEHNER mehrere Seiten darauf verwendet, die sämtlich rückwärts gewandten Ansichten eines Ruheständlers auszubreiten, die für den im Verhältnis zur Flächenausdehnung zu einem Mikrokosmos (knapp 800 Fohlen/Jahr) geschrumpften Trakehner Verband nicht zukunftsweisend sein können. Hätten Sie stattdessen junge Leute mit frischen Ideen für die (völlig überalterte) Körkommission und andere Ehrenämter vorgestellt, wäre dieser Platz mit Sicherheit besser ausgefüllt gewesen.

Claus Schridde, Querenhorst, per E-Mail

03.06.2019